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ROM 312

Jahresausflug der Fit & Play nach Pforzheim am 24. Sept. 2017

Rom 312

Jahresausflug der Fit & Play nach Pforzheim am 24. Sept. 2017                 Rom 321    0

Nach den ergiebigen Schilderungen unserer Führerin über das Schicksal der Stadt Pforzheim, die Bedeutung des Gasometers, die Gestalt des Kaisers Konstantin, dessen weltgeschichtlichen Vision „ in hoc signe vinces“ („in diesem Zeichen wirst du siegen“), die Schlacht an der Milvischen Brücke, die so bedeutend wie kurz war, - stiegen wir endlich den Treppenturm zum eigentlichen Panorama hinauf, den mystischen Klängen entgegen. Was uns dort begegnete raubte mir, wie wohl uns Allen, schier den Atem. Was immer ich mir erwartet hatte – das war überraschend, umwerfend, unglaublich, nie gesehen, irgendwie bombastisch, aber doch anrührend.

Ein riesiges Bildwerk 360°, also rundum, über die Straßen, Häuser und Tempel des antiken Roms mit quirligen, bunten Straßenszenen, der festlichen Begrüßung des ruhmreichen Kaisers. Ein weiter Horizont bis hinüber in die Albaner Berge, darüber ein südlich strahlender Himmel. Zum Greifen nah plastisch und lebensfroh. Als stünde man mitten drin.

Yadegar Asisi, Sohn eines Opfers der Schahherrschaft in Persien, geboren1955 in Wien, aufgewachsen im Arbeiter- und Bauernparadies der DDR, dort Studium der Architektur und Malerei, Professur für freie Darstellung und Perspektivisches Zeichnen, Leipzig-Dresden-Berlin. Er entdeckte 1993 als Mitarbeiter der Ausstellung „‘Seh‘sucht – das Panorama als Massenunterhaltung des 19ten Jahrhunderts“, in Bonn, die Kunst des Panoramas für unsere Zeit: mit den Mitteln unserer Zeit. In eigens dafür erstellten Rundbauten, von ihm als „Panometer“ bezeichnet, schuf er Bildwerke, die an Größe, Genauigkeit und Perspektive alles bisher Dagewesene übertreffen. Werke, bei etwa 30 m Höhe und über 100 m Länge. Also mehr als 3000 m²m, annähernd so groß wie ein Fußballfeld! Präsentiert mit 360° Rundumgenuss

Am Zeichentisch, im Modellbau, mit zigtausenden Fotos und 3-D-Animationen und mit Pinsel und Palette arbeitet er am Großcomputer, fügt Detail um Detail zu einem Gesamtwerk zusammen, begleitet von Wissenschaftlern, die für ein Höchstmaß an Wahrheitstreue sorgen. Dabei bleibt aber die Komposition ein Ganzes, die akribischen Details fügen sich dem Gesamtbild in Farbe und Licht, in Vorder-, Mittel- und Hintergrund. Jedes Bild, jede Szene lebt für sich und ist doch Teil des Ganzen. Die Menschen und Alltagsgeschehnisse, die man beobachtet, scheinen wirklich, lebendig.

Einfach umwerfend.

Die am Computer entstanden Bilder werden über spezielle Verfahren auf Polyesterbahnen gedruckt und dann in dem Ausstellungsbau, hier also dem Gasometer in Bahnen aufgehängt, die miteinander verbunden werden. Auch dann wird noch manches  von Hand verbessert. Schatten verstärkt, Lichter gesetzt, Fehler kaschiert. Die Polyesterbahnen wiegen allein etwa 750 kg. Die Beleuchtung, die an dem Besucherturm in der Mitte befestigt ist, unterstreicht gemeinsam mit der von dem Komponisten Erik Babak geschaffenen Tonkulisse die Aussagen des Bildwerkes, der Ereignisse dort und der Zeit des Geschehens. In diesem Gesamtkunstwerk fühlt sich der Zuschauer als Teil des Geschehens.

Der Blick über das alte Rom an der Schwelle vom Altertum zum Mittelalter, die Dramatik des Sieges über Maxentius, dem eine Falle gestellt war, der Wandel des Christentum von einer militärdienstfeindlichen Subkultur zur Staatsreligion hat die Weltgeschichte wahrlich bewegt. Wie auch die von Konstantin angestoßene Teilung in ein Ost- und Westrom, als er Byzanz in ‚Konstantinopel‘ umgestaltete und seinen Herrschaftssitz dorthin verlegte. Das glanzvolle Rom von 312 begann von da an zu welken.

Wir haben bei diesem  Jahresausflug sehr viel gesehen und auch gelernt. Der Spaziergang entlang der Enz zurück zum Bahnhof tat uns noch sehr gut.

U. Preisler

 

 

(Anmerkung: Asisi hat Panometer in Leipzig (das erste: 2003), Dresden, Berlin, Pforzheim, Rouen (Frankreich) erstellt. Themen: Amazonas, Mount Everest 8848, Great Barrier Reef, Titanic, Völkerschlacht 1812, Dresden Barock, Dresden 1945, Luther-Wittenberg 1517, Pergamon, Rouen Jean d’Arc, Die Mauer. Millionen von Besuchern!)

 

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