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Jahresausflug nach Tübingen am 15. Juni 2013

Am Samstag, den 15. Juni 2013 starteten die frohgelaunten Damen der Frauengymnastik morgens mit dem Zug nach Tübingen. Die Fahrt war angenehm und kurzweilig und schon waren wir in Tübingen. 

Ausgerüstet mit den Stadtplänen des Bürger- und Verkehrsvereins starteten wir zunächst in Kleingruppen zum Erkunden der Stadt. 

 

Beim „Markt der Möglichkeiten“ rund um die Jakobuskirche und die Krumme Brücke präsentierten KunsthandwerkerInnen ihre Arbeiten im wunderschönen Ambiente der Tübinger Altstadt.

 Wer einem Glasbläser bei der Arbeit zuschauen wollte oder auf der Suche nach einer Taschen-Sonnenuhr war, wurde genauso fündig wie die Liebhaber ausgefallener Holzobjekte, zarter Kunstwerke aus Papier oder liebevoll und künstlerisch gestalteter Halstücher. Zur großen Schar der Kunsthandwerker gehörten Gold- und Silberschmiede, Drechsler, Fotografen und viele mehr. Vertreten waren Stände mit Grafiken, Pfeffer- und Muskatmühlen, Keramik, Metallwaren, Textilkunst und Lederarbeiten.

Die Künstlerinnen und Handwerke2013/b Tübingenr informierten über Techniken, Gebrauchswert und Material. Mit ihrer Arbeit ist ein oft jahrhundertealtes Wissen über die Verarbeitung und Veredelung von Rohstoffen und Materialien verbunden. Durch die persönliche Begegnung mit den Herstellerinnen und Herstellern bekam man Einblick in künstlerische und handwerkliche Aspekte der Arbeit. Die Aussteller kamen vorwiegend aus der Region, einige reisten auch aus Hessen, Norddeutschland und Frankreich a2013/a Tübingenn.

 

Es verwundert also nicht, wenn sich so manche mit schönen Stücken eindeckte.

Auch zu einem Bummel durch die schöne Altstadt blieb genügend Zeit.

 

Am Nachmittag trafen wir uns alle wieder auf der Neckarinsel. Dort erwartete uns, von Sabine und Marion vorbereitet, Sekt, Orangensaft, Brezeln und köstliche Erdbeeren.

 

 

 Angenehm gestärkt konnten wir uns zur Stocherkahnfahrt begeben.

 

Stocherkahn fahren auf dem Neckar gehört zweifellos zu jener Art Freizeiterlebnis, die so unverwechselbar zu Tübingen gehört wie der Hölderlinturm an der Neckarfront. Lange war das Kahn fahren nur jenen vorbehalten, die wie die Tübinger Studentenverbindungen eigene Kähne besaßen. Vor rund 25 Jahren ermöglichte der Bürger- und Verkehrsverein zum ersten Mal mit dem Angebot eines Stocherkahns auf Bestellung, dass jeder in den Genuss einer Fahrt kommen konnte. 
Aber auch Einzelpersonen und Tübingenbesucher, die sich spontan entscheiden, haben die Möglichkeit mit dem Verkehrsverein jeden Samstag, Sonntag und Feiertag eine einstündige Fahrt rund um die Neckarinsel zu genießen. 2013/c TübingenDenn eine gemütliche Stocherkahnfahrt ist und bleibt ein unvergessliches und heiteres Tübingenvergnügen.

 

Und so war es auch für uns. Entspannt konnte man die Fahrt bei strahlendem Sonnenschein auf dem Neckar genießen. Allerdings waren viele Stocherkähne unterwegs und so gab es doch hin und wieder das Gefühl, auf dem Necker herrsche Rush hour.2013/d Tübingen

 

Unsere Stocherkahnfahrer waren Studenten, sie schipperten uns gekonnt über den Neckar und hatten so manche interessante Geschichte zu erzählen. Am Ende der Fahrt halfen sie uns galant aus den Kähnen und strahlend verließen wir die Anlegestelle.

 

Dann wurde es Zeit zum Abendessen. In der Nähe des Neckarufers unter freiem Himmel speisten wir köstlich und erzählten uns von unseren Erlebnissen.

 

Doch noch war der Tag nicht zu Ende.

 In zwei Gruppen geteilt, erlebten wir eine sehr interessante und informative Stadtführung am Abend, die uns die Historie und Sehenswürdigkeiten von Tübingen  näherbrachte.

 

Aus dem Jahre 1191 stammt die erste Erwähnung von Kaufleuten, was als Beweis für einen Marktplatz gilt. Mitte des 11. Jahrhunderts gehört das Gebiet um Tübingen den Grafen von Zollern. Stadtrechte werden 1231 zum ersten Mal genannt. Im Jahre 1262 gründete Papst Alexander IV. ein Augustiner-Eremitenkloster, mit einem Franziskanerkloster folgte das zweite Kloster in Tübingen, gegründet mit Unterstützung des Pfalzgrafen Heinrich von Tübingen, genau zehn Jahre später. Um 1300 erhält Tübingen eine Lateinschule, die spätere Schola Anatolica. 1342 gelangen Burg und Stadt an die Grafen von Württemberg.

 

Mit der Verlegung des Sindelfinger Martinsstiftes nach Tübingen 1476 wurde ein Kollegiatstift gegründet, das die wirtschaftlichen und personellen Voraussetzungen für die Gründung einer Universität bot. Die Pfarrkirche St. Georg wurde zur Stiftskirche. Die Gründung der Eberhard-Karls-Universität erfolgte ein Jahr darauf. Am 8. Juli 1514 wurde der Tübinger Vertrag, der als wichtigstes Verfassungsdokument des Herzogtums Württemberg gilt, geschlossen. Als Ort des Vertragsabschlusses darf Tübingen seither die württembergischen Geweihstangen in seinem Wappen führen. Mit der Einführung der Reformation endete zwischen 1534 und 1535 die Geschichte der Klöster der Stadt. 1535 nahm Leonhart Fuchs einen Ruf an die Universität an, ein Jahr später wurde von Herzog Ulrich von Württemberg als Stipendium für evangelische Theologiestudenten das Evangelische Stift Tübingen gegründet, das 1547 in das ehemalige Augustinereremiten-Kloster einzog.

 

Bei einem Stadtbrand wurden 1789 Teile der östlichen Altstadt im Bereich der heutigen Neuen Straße zerstört und dann auf begradigten Grundrissen im klassizistischen Stil wieder aufgebaut. 1798 gründete Johann Friedrich Cotta, der Verleger deutscher Klassiker wie Goethe und Schiller, in Tübingen die „Allgemeine Zeitung“, die in den folgenden Jahren zur führenden politischen Tageszeitung Deutschlands werden sollte.

 

Von 1807 bis 1843 lebte Friedrich Hölderlin in Pflege im Hölderlinturm am Neckar. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt erstmals nennenswert über die mittelalterlichen Grenzen hinaus mit der rechtwinkligen Wilhelmsvorstadt an der Neuen Aula und dem (Alten) Botanischen Garten. Im sogenannten Gôgenaufstand von 1831 zogen etwa 60 Handwerksburschen und Weingärtner als Protest gegen Polizeiwillkür durch die Stadt und sangen das Schiller’sche Räuberlied. Die lokale Obrigkeit richtete einen Hilferuf an die offiziell nicht bestehenden und verbotenen Studentenverbindungen, und bewaffnete Studentische Sicherheitswachen wurden gegen die Aufständischen eingesetzt.

 

Mit der Universität veränderte sich die Stadt. Die mittelalterlichen Tore wurden abgerissen, Stadterweiterungen folgten den Universitätsbauten: 1845 wurde in der "Ammervorstadt" an der Wilhelmstraße die Neue Aula eingeweiht, 1861 fand Tübingen Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1900 zählte man bei 1.000 Studenten 15.000 Einwohner, 1925 bei 2.500 Studenten 20.000 Einwohner. Doch hielt sich die räumliche Ausweitung und die zahlenmäßige Vergrößerung der Einwohnerschaft verglichen mit anderen Städten in Grenzen, da industrielle Ansiedlungen fast gänzlich unterblieben.

 

Heute bestimmt noch immer die Universität das Bild der Stadt. Der Raumbedarf der Universität und anderer Forschungseinrichtungen wies in den vergangenen Jahrzehnten den Weg aus dem Neckar- und Ammertal auf die Höhen, zur „Morgenstelle“, zur „Wanne“ und nach „Waldhausen“.

 

Die letzten 25 Jahre sind geprägt von einem sehr großen Wachstum der Universität. 1992 hatte Tübingen mit 26.000 Studenten bei etwa 84.000 Einwohnern die höchste „Studentendichte“ in Deutschland. Dies führte zur Bezeichnung „Tübingen hat keine Universität, Tübingen ist eine Universität“. Doch gelang es der Stadt trotz aller Modernisierung und Anpassung an die neue Zeit viel von ihrer Atmosphäre und ihrem besonderen Zauber zu bewahren.

 

Nachdem wir diesen Zauber erfahren hatten und von den Eindrücken des Tages gut gelaunt waren, begaben wir uns auf die Rückfahrt und erreichten glücklich und zufrieden nachts wieder Esslingen.

 

Vielen Dank an Sabine und Sabine für die gute Organisation. Es war wieder ein gelungener Ausflug!

 

 



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