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Besichtigung der Sektkellerei Kessler am 6. Oktober 2012

Am Samstag, den 6. Oktober 2012 trafen wir uns vormittags am Kessler-Haus am Renaissance-Portal beim historischen Ziehbrunnen.

 

Uns erwartete eine 1,5-stündige Führung durch das Kessler-Haus. Wir waren schon gespannt darauf.61_Kessler_Gruppenbild.JPG

 

Der ehemalige Speyrer Pfleghof mitten im historischen Herzen der alten Reichsstadt Esslingen am Neckar ist Firmensitz der Sektmanufaktur Kessler und zugleich eine der bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. 1213 stiftete der spätere Kaiser Friedrich II. das Gebäude an das Hochstift zu Speyer. In seiner fast achthundertjährigen Geschichte gab es nur vier Eigentümerwechsel. Die einzigartige Verbindung von Tradition und Moderne zieht Besucher aus nah und fern an.

 

Das Labyrinth aus zwölf miteinander verbundenen Gewöl­bekellern ist das Herz der Sektmanufaktur Kessler. Hier lagert der Sekt im Dunkeln bei konstant 12 Grad Celsius.

 

Typisch für die Decken und Wände der Natursteingewölbe unter dem Kessler-Haus ist der Schwarze Kellerpilz. Er wirkt ausgleichend auf das Raumklima, reguliert die Luftfeuchtigkeit  und hält die Luft frisch. Er ernährt sich von flüchtigen Bestandteilen des Weines.

Traditionelle Flaschengärung

 

Früh geerntete Trauben kommen nach der Lese in die Kelter, der Most beginnt  in Holz- oder Edelstahlfässern zu gären, Kohlendioxid-Bläschen werden erzeugt. Wichtig bei der Gärung ist die Hefe.

Nach der ersten Gärung hat der Sektgrundwein einen Alkoholgehalt von 10,5 bis 11 Prozent.

Dann werden die Sektgrundweine ausgewählt und gemischt, es entsteht in großen Fässern die Cuvée.

Nach dem Zusatz der Tirage, einer Mischung aus Zucker und Hefe, werden druckfeste Schaumweinflaschen mit der Cuvée befüllt und mit einem druckfesten Metallkronkorken verschlossen.

Die zweite Gärung dauert etwa vier bis sechs Wochen. Dabei erhöht sich der Alko­holgehalt um rund 1,5 Prozent. Die Gärung ist abge­schlos­sen, wenn der Zucker vollständig in Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt ist. Dann stehen die Flaschen unter einem Druck von 6 bar.

In den Flaschen reift der Sekt mindestens neun Monate weiter, manch­mal sogar mehrere Jahre.

Gegen Ende der Reifephase werden die Flaschen auf Rüttelpulte mit dem Verschluss nach unten gesteckt. Hefe und Trübstoffe sammeln sich auf dem Korken. Dann werden die Flaschen kopfüber in eine minus 20° Celsius kalte Lösung getaucht und das Hefedepot gefriert ein.

Wird der Korken geöffnet, stößt der freigesetzte Kohlensäuredruck den Eispfropfen aus der Flasche.

Nach der Gärung ist der Sekt zuckerfrei. Nach dem Degorgieren erhält er eine Dosage. Je nach gewünschter Geschmacksrichtung von naturherb (brut nature) bis süß (doux) wird mehr oder weniger Zucker dazu gegeben.

Mit dem pilzförmigen Naturkorken erhält die Sektflasche ihren zweiten und endgültigen Verschluss.

Der Drahtverschluss (Agraffe) hält den Korken in der Flasche fest, damit er nicht vom Innendruck aus der Flasche herausgedrückt wird.

 

Um den Sekt richtig zu genießen, soll die Temperatur 5 bis 7 °C betragen und man hält das Glas am Stiel, am tiefsten Punkt perlt Kohlenstoffdioxid.

 

Wir konnten Teile der Produktion besichtigen, staunten über die Kellergewölbe, erfuhren viel Wissenswertes.

 

Beim gemütlichen Zusammensein konnten wir 3 verschiedene Sektsorten genießen.

So ließen wir den Vormittag ausklingen und machten uns fröhlich auf dem Heimweg.



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