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Der Hohle Fels

Jahresausflug Fit & Play am 23. September 2018 in die jüngere Steinzeit

Der Hohle Fels

Jahresausflug Fit & Play am 23. September 2018 in die jüngere Steinzeit.

 

Unter den Fundorten für frühgeschichtliche Kultur ist der Hohle Fels bei Schelklingen sicherlich der bedeutendste. Daneben sind in Deutschland der Petersfels bei Engen, Des Geißenklösterle bei Blaubeuren, der Hohlenstein und die Vogelherdhöhle im Lonetal, und die Klausenhöhel im Altmühltal zu nennen.

Die Sensationsfunde im Hohlen Felsen förderten Skulpturen zutage, die ältesten der Welt(!), die Zeugen eines menschlichen, von Bewusstsein und Geist beseelten Gestaltungswillens sind. So erschauert man regelrecht angesichts einer 43.000 Jahre alten Flöte aus dem Federkiel eines Gänsegeiers oder gar aus dem Elfenbein eines Mammut-Stoßzahnes. Nicht nur, dass diese Menschen sich meodiöser Musik verschrieben, sondern: berührend, wie feinfühlig sie mit grobem Steinwerkzeug feine Nuancen Gestalten in das heikle Material schliffen.

Das gilt auch den anderen Funden, wie diesem 2,5 cm kleinen Wasservogel oder der sogenannten Venus vom Hohle Fels, mindestens 35.000 Jahre alt, dem sog. Löwenmenschle und verschiedenen Schmuckgegenständen.

Zunächst fuhren wir, insgesamt 29 „Urweltforscher in spe“, per Bahn nach Schelklingen. Zum Hohlen Fels läuft man ca. 25 Minuten. Der Führer  dort beschrieb uns anschaulich das Gebiet der damaligen Eiszeit. Der Hohle Fels lag damals nur wenige Kilometer vom Rand des alpinen Eispanzers entfernt in einer baumlosen Steppe. Die Höhle bot nur im vorderen Teil Schutz vor Kälte und Regen. Der hintere Teil konnte kaum beleuchtet werden, mangels Brennholz. Wir konnten die Ausgrabungsstellen sehen, die mit Sandsäcken abgedeckt sind, damit Steinschlag und Geröll  nicht die freigelegten Flächen beschädigen können.

Atemberaubend zu erfahren, dass die Archäologen  die Funde nicht im Stück, sondern in kleinsten Einzelteilen entdeckten, die sie erst mühsam zu dem heute bewunderten Ganzen zusammenfügten. So wurde der Schnabel des kleinen Vogels erst viel später entdeckt, eine Winzigkeit von wenigen Millimetern in einem Haufen Geröll!

Danach wanderten wir zurück zum Bahnhof, um nach Blaubeuren zu fahren, wo wir nach einem gemeinsamen Mittagessen ins dortige Urweltmuseum gingen. Wir teilten uns in zwei Gruppen, die jede von einer Führerin zu den ehrwürdigen Funden geleitet wurden. Beide waren nicht nur gut beschlagen und konnten ihre Erkenntnisse gut rüber bringen, sie sie begeisterten uns auch, wie sie sich ihr Thema zu einem persönlichen Anliegen machten.

Die damaligen Menschen zählen zur Frühform des  homo sapiens; man ordnet sie dem Auringnacien zu, nach dem Fundort menschlicher Knochen an der oberen Garonne in den Pyrenäen. Sie hatten die Physiognomie und die Gestalt des heutigen Menschen und lösten den homo neanderthalensis ab.

Die Höhlen erzählen von ihrem Leben, von ihren Speisen und ihrem Kampf um Nahrung, gegen die Unbillen der Witterung und die Gefahren aus der damaligen Tierwelt, wie den Höhlenbären. Die Figur des Löwenmannes lässt Fragen offen, woher sie Löwen kannten. Da sie in Vorzeiten wohl aus Afrika zuwanderten konnten da durchaus Verbindungen bestehen. Aber: Wie? Und was bedeutete der Mythos eines Tiermenschen?

 

Tief beeindruckt traten wir die Heimfahrt an. Einige wollen da nochmal hin, mussten wir uns wegen einer Ausstellung in Berlin mit einigen Repliken zufrieden geben. Ist es doch wirklich geradezu unglaublich, in unserer direkten Nachbarschaft fast unbemerkt derartig großartige  Zeugen des Weltkulturerbes bewundern zu dürfen.

U. Preisler

 

Hohler Fels 1

 

Hohler Fels 2

 

Hohler Fels 3

 

 

 

Hohler Fels 4

 

Hohler Fels 5

 

Hohler Fels 6

 

Hohler Fels 7

 

Hohler Fels 8

 

Hohler Fels 9

 

Hohler Fels 10

 

Hohler Fels 11

 

Hohler Fels 12

 

Hohler Fels 13

 

Hohler Fels 14

 

Hohler Fels 15

 

 

Hohler Feils 18

 

Hohler Feils 17

 

Hohler Feils 16

 

 

 

 

 

 



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